Young Professionals' Media Academy 2021 - Das Online-Event

Emotional, digital und interaktiv

Fünf Tage lang warf die diesjährige Young Professionals‘ Media Academy erneut Schlaglichter auf die Fachmedienbranche und den B2B-Markt: Aus Kunden- und Agentursicht sowie aus Sicht Verantwortlicher in Fachmedienhäusern. Das Themenspektrum reichte von Strategien und Geschäftsmodelle über Unternehmenskultur bis zu Social Media. Viel Input für den Fachmediennachwuchs und zudem in einem neuen Format: De YPMA fand erstmals rein digital an fünf Nachmittagen statt – inklusive Goodiebox mit Snacks und Drinks.

Wie wichtig Loyalität und emotionale Bindung in der Kommunikation für B2B-Marken ist, erklärte Jörg Dambacher, Geschäftsführer und Gesellschafter von RTS Rieger Team, in der ersten Session des Nachwuchstrainings. „Wir entscheiden nur, wenn wir uns gut fühlen“, erklärt Dambacher. Das gelte auch Entscheider aus B2B-Unternehmen. Die Marke müsse den gewünschten emotionalen Zustand herstellen. Das Versprechen der Marke müsse eingehalten werden, auf diese Weise entstehe letztlich Loyalität. Die Marke sei deshalb der erste der Beziehungsanker zu den Kunden, dann erst komme das Produkt. Marke und Kommunikation müssen, so Dambacher, eine größere Rolle in den B2B-Beziehungen spielen als bisher, erstere werde für B2B-Unternehmen jedoch immer noch zu geringgeschätzt. Hier müssten die Fachmedien ansetzten. „Natürlich müssen Fachmedien auch über neue Produkte berichten, aber es wäre auch wichtig, mal auf die Unternehmen zu blicken“. Nicht zuletzt gelte der Blick auf die Marke nicht nur in Bezug auf die Kommunikation für die Kunden, sondern auch für die Fachmedienhäuser und deren Marken selbst.  Dr. Andres Bauer, Vorstandsmitglied, Bundesverband Industriekommunikation (bvik), hob in seinem Vortrag zum B2B-Marketing aus Industriesicht ebenfalls die Relevanz einer (Marken-) Botschaft hervor. Besonders wichtig sei zudem die Messbarkeit von Marketingaktivitäten. Durchschnittlich nur 0,6 Prozent des Umsatzes eines Industrieunternehmens fließe in das Marketingbudget, außerdem werde dieses im Controlling als letztes geplant. Die Messbarkeit und damit der ROI helfe dem B2B-Marketer bei der Argumentation für das freizugebende Marketingbudget.

Kenntnisse über den Kunden und seine Bedürfnisse als Schlüsselfaktor

Tiefer in spezifische Themen der Fachmedienbranche ging es ab dem zweiten Tag. Marion Winkenbach, Geschäftsführerin des Beuth Verlags, gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in die Transformation des Verlags zum Software- und Plattformpartner. „Wenn sich ein Unternehmen transformiert, tut es gut daran, wenn es seine Kunden kennt“: Das sei, so Winkenbach, mit die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Reorganisation. Dies sei zwar eine Binsenweisheit, aber gar nicht so leicht zu realisieren. Schlüssel hierfür sei es, gute Kundenbeziehungen aufzubauen, Feedback einzuholen und dranzubleiben. Aus den Erkenntnissen zu den Bedürfnissen der Zielgruppen wurden bei Beuth darauf abgestimmte Softwaretools und Plattformen entwickelt, die sie bedarfsgerecht bedienen. Transformation der Geschäftsmodelle bedeute für ein Unternehmen immer auch: Investitionen in Tools und Programme, genauso wie in Mitarbeiterkompetenzen. Nicht zuletzt sei auch eine neue Unternehmenskultur notwendig, um einen solchen Wandel zu vollziehen.

Um Technologie als Wettbewerbsvorteil und um Automatisierung ging es im Vortrag des Duos Alexander Woge, Geschäftsführer Customer Engagement, und Sebastian Mayeres, Chief Executive Office bei der knk Gruppe. „Gerade in den Fachmedien wird noch viel manuell gemacht“, konstatierte Mayeres. Natürlich sei der persönliche, direkte Kontakt zu Kunden relevant, gleichwohl könne und sollte aber dabei priorisiert werden. Denn klassische Fachverlage machten 40 Prozent ihres Umsatzes mit ihren Key-Accounts, hier sei der persönliche Kontakt wichtig und sinnvoll. Hinzu kämen noch einige wenige Kunden, mit denen es einen gelegentlichen, persönlichen Mailkontakt gibt. Für alle anderen Kunden sollten, so Mayeres, Kommunikation und Aktionen automatisiert werden. Gleichzeitig müsse man viel über die Interessen der Kunden erfahren – etwa über Cookies –, um daraus automatische Inhalte zu generieren. Spannend und interessant waren auch ihre Ausführungen zu dem Thema Low-Code / No-Code. Dort lernten die Teilnehmenden unter anderen ein Tool kennen, mit dem sie auch ohne Programmierkenntnisse kleine Apps aufsetzen können.

Teambildung und der Mut, einfach zu machen

Über Unternehmenskultur und den „War for Talents“, sprach wiederum Anja Willich, Leitung Menschen & Kultur | Personal & Kommunikation, NWB Verlag. Natürlich seien gut ausgebildete Leute absolut begehrt. Aus ihrer Sicht bestehe die Herausforderung bei der Mitarbeitersuche darin, die richtigen Menschen zu finden, die in das eigene Unternehmen und zum Team passen: „Hire character, form skills.“ „Menschen können wir nicht ändern, und das wollen wir auch nicht“, erklärt Willich. An Fähigkeiten und Fertigkeiten könne man aber arbeiten, etwa durch Weiterbildungen.

In der letzten Session der YPMA 2021 hieß es „Von Analog auf Digital“: Unter diesem Motto stand der Vortrag von Alexandra Semich, Bereichsleiterin Legal, Finance & Strategy, und Alin Schulz, Projektmanagerin Veranstaltungen, bei Fachmedien Otto Schmidt mit der Marke Handelsblatt Fachmedien. Sie erläuterten, wie sich das Veranstaltungsgeschäft im Zuge der Corona-Krise verändert hat, und beschrieben detailliert, wie sie die Tax Technology Conference, ein analoges Event, in die digitale Tax Technology Weeks transformiert haben und dabei sogar noch ein neuer Award ins Leben gerufen wurde. Eine Plattform musste aufgezogen werden, die einen Rahmen für die verschiedenen Formate bot, und gleichzeitig einfaches Networking der Teilnehmer untereinander sowie mit den Ausstellern ermöglichte. Auch die Partner des Events mussten im Vorfeld von der Neugestaltung überzeugt werden. Aus diesem Prozess hätten sie viele Erkenntnisse mitgenommen – unter anderem, dass aufgrund geringerer Bereitstellungskosten auch bei digitalen Events hohe Deckungsbeiträge zu erreichen seien. Was die beiden Referentinnen den Teilnehmenden am Ende mitgaben: „Einfach machen“. Denn die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden langfristig sein – nicht nur im Eventgeschäft.


Haben wir Ihre Neugier geweckt?

Vormerkungen für die YPMA 2022 nehmen wir gerne entgegen und infomieren Sie rechtzeitig über Programm und Anmeldeprozess. Bitte senden Sie bei Interesse eine Mail an Stephanie Hönicke: hoenicke[at]deutsche-fachpresse.de
Teilnehmen können ausschließlich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die in Mitgliedsunternehmen der Deutschen Fachpresse tätig sind. 
 


Impressionen von der YPMA 2020

Alle Fotos: (c) Fernando Baptista