Fachpresse-Statistik 2025
Fachmedienanbieter wachsen mit digitalen Angeboten und Veranstaltungen
Deutsche Fachmedienhäuser erwirtschafteten 2025 einen Gesamtumsatz von 8,75 Milliarden Euro / Digitalerlöse steigen bei Vertriebs- und Werbeerlösen / wieder mehr Präsenzveranstaltungen / Einsatz von KI-Technologien etabliert
Die deutsche Fachmedienbranche konnte sich auch 2025 trotz herausfordernder wirtschaftlicher Lage behaupten. Nach einem leichten Rückgang 2024 sind die Erlöse mit einem Gesamtumsatz von 8,75 Milliarden Euro 2025 wieder um 2,5 Prozent gestiegen. Trotz weiterhin rückläufiger Printerlöse (-5,0%) konnte dieses Ergebnis durch Zuwächse in den Bereichen Digital (+7,0%), Veranstaltungen/Messen (+9,8%) und Dienstleistungen (+3,5%) erreicht werden. Dies belegt die Fachpresse-Statistik 2025, die jährliche Erhebung zum deutschen Fachmedienmarkt.
Digitalgeschäft weiterhin wichtigster Umsatztreiber
Der Digitalbereich erzielte 2025 einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro und bleibt mit 48,0 Prozent des Gesamtumsatzes weiterhin der wichtigste Umsatztreiber der Fachmedienhäuser. Das Wachstum von 7,0 Prozent entspricht einem absoluten Anstieg der Digitalerlöse von 276 Millionen Euro (Vorjahr +3,2%, +122 Mio. Euro). Die Vertriebserlöse im Digitalgeschäft, die bereits 2024 auf 2,32 Milliarden Euro gestiegen waren, konnten mit 2,48 Milliarden Euro weiterhin zulegen. Digitale Werbeerlöse, die sich 2024 mit 1,48 Milliarden Euro Umsatz leicht rückläufig verhalten hatten (-1,7%), stiegen 2025 auf 1,59 Milliarden Euro (+7,7%). An der Aufteilung der gesamten Digitalerlöse hat dies aber kaum etwas geändert, Vertrieb hat einen Anteil von 58,9 Prozent (Vorjahr 59,1%) und Werbung 37,9 Prozent (Vorjahr 37,7%).
Präsenzveranstaltungen im Wachstum
Auch Veranstaltungen und Messen bleiben mit einem absoluten Anstieg von 84 Millionen Euro weiterhin ein stabiler Wachstumsbereich im Fachmedienmarkt und machen mit 0,94 Milliarden Euro 10,7 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Besonders Präsenzveranstaltungen, die von zwei Dritteln der Umfrageteilnehmer angeboten werden, weisen mit +11,7 Prozent ein deutliches Umsatzwachstum auf (Vorjahr -2,1%). Diese Entwicklung zeigt, dass im B2B-Bereich der persönliche Austausch einen wieder sehr hohen Stellenwert besitzt. Digitalveranstaltungen wachsen mit +2,4 Prozent (Vorjahr +10,1%) deutlich langsamer, was ein Hinweis darauf sein kann, dass sie sich mittlerweile dauerhaft etabliert haben.
Trend im Printbereich bleibt rückläufig
Printumsätze verhalten sich mit -5,0 Prozent zum Vorjahr weiterhin rückläufig. Trotzdem bleiben sie mit 3,13 Milliarden Euro weiterhin ein gewichtiger Teil des Fachmedienmarkts (35,8% vom Gesamtumsatz). Von den Gesamtumsätzen entfallen 1,4 Milliarden Euro auf die Vertriebserlöse (-2,1%), 1,12 Milliarden Euro auf Werbung (-7,3%) und 0,58 Milliarden Euro auf Fachbücher (-6,3%). Auch die Vertriebserlöse sinken um -2,1 Prozent (Vorjahr -2,8%), sind mit 1,4 Milliarden Euro und 44,7 Prozent des Gesamtumsatzes aber weiterhin die wichtigste Erlösquelle im Printbereich.
Die Anzahl der aufgelegten Print-Fachzeitschriftentitel sank um -2,4% von 5.551 auf 5.420. Die Gesamtauflage einschließlich ePaper ging von 539,9 Millionen Exemplare auf 531,1 Millionen zurück.
Jahresergebnisse besser als erwartet
46 Prozent der Befragten berichteten über ein verbessertes Jahresergebnis, im Vorjahr waren es noch 56 Prozent. Gleichzeitig melden wie 2024 nur 33 Prozent eine Verschlechterung. Die Entwicklung fällt demnach besser aus als in der letzten Befragung erwartet wurde (Einschätzung 31% Wachstum, 42% Rückgang). Für 2026 erwarten 30 Prozent der Befragten eine Verschlechterung, etwa zwei Drittel erwarten ein gleichbleibendes oder steigendes Jahresergebnis (39% besser, 26% gleich).
Die Beschäftigungslage ist von Zurückhaltung geprägt: 58 Prozent der Unternehmen haben Personal abgebaut, im Vorjahr waren es 30 Prozent. Nur 17 Prozent haben zusätzliche Mitarbeiter:innen eingestellt. Für 2026 erwarten nur 26 Prozent einen Rückgang, die Mehrheit von 61 Prozent einen gleichbleibenden Personalbestand.
Künstliche Intelligenz mittlerweile etabliert
Alle Befragten nutzen inzwischen generative KI, bereits im Vorjahr haben nur 4 Prozent keine KI-Nutzung angegeben. Die konkrete Nutzung geht auseinander: Während etwa jeder fünfte Verlag nur Standardlösungen wie ChatGPT verwendet, nutzt ebenfalls jeder fünfte Verlag KI-Tools in allen genannten Kategorien. Bereits 58 Prozent haben KI im eigenen IT-System integriert, im Vorjahr waren es 50 Prozent.
Herausforderungen und Chancen
Die größten Herausforderungen für das kommende Jahr sehen die Fachmedienanbieter wieder in geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten (79 %), 67 Prozent in der Gewinnung neuer Kunden und Etablierung neuer Produkte und Geschäftsmodelle. KI wird im Vergleich zum Vorjahr mit 46 Prozent (68%) als weniger herausfordernd gesehen.
Was macht die Fachmedienangebot so wertvoll für die Kunden? 75 Prozent der Teilnehmer gaben Content-Qualität als wesentliches Merkmal des eigenen Fachmedienangebots für die Zielgruppe an. Darauf folgten Marktkompetenz (67%) und Vertrauen und Glaubwürdigkeit (46%).
„Die Fachmedienbranche konnte sich mit ihren digitalen Angeboten sowie Veranstaltungen in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld gut weiterentwickeln“, so Fachpresse-Sprecher Holger Knapp. „Das verdankt sie ihrer Innovationsfähigkeit sowie der unbedingten Ausrichtung an den Kundenbedürfnissen. Wir sehen aber auch, dass kleinere Verlage etwas größere Herausforderungen haben, beispielsweise im Bereich der Technologien. Hier unterstützen wir als Deutsche Fachpresse unseren Mitgliedern, indem wir ihnen den regelmäßigen Erfahrungsaustausch in unseren 17 Arbeitsgruppen ermöglichen sowie durch verschiedene Formate die Zusammenarbeit fördern und Kooperationspotenziale identifizieren.“
Die Fachpresse-Statistik 2025 beruht auf einer Marktschätzung und einer Online-Befragung der Mitglieder der Deutschen Fachpresse.
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Bernd Adam
GeschäftsführungVerein Deutsche Fachpresse
Büro Frankfurt
Braubachstraße 16
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