Fachjournalist des Jahres 2020

Die Gewinner

1. Platz

Gesa Harms

"Stromtrassen: Was bringt das neue Gesetz?"

Erschienen in: top agrar 7/2019
Verlag: Landwirtschaftsverlag, Münster

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2. Platz

Miriam Hebben

"Bei uns steht sie im Mittelpunkt"

Erschienen in: Lebensmittel Zeitung 6/2019
Verlag: dfv Mediengruppe, Frankfurt am Main

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3. Platz

Mathias Himberg

"Ziemlich gern gesehen"


Erschienen in: Lebensmittel Zeitung 15/2019
Verlag: dfv Mediengruppe, Frankfurt am Main

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Aus der Jurybegründung:

Sind Gesetze langweilig, außer vielleicht für Juristen und Polizisten? Erst recht nicht für die Betroffenen, wie Gesa Harms in ihrem Top-Artikel demonstriert. Worum geht es? Die Energiewende ist ins Stocken geraten, weshalb der Bund 2019 ein Gesetz verabschiedet hat, mit dem Energieleitungen schneller gebaut werden sollen. Vorrangig Stromtrassen, die an den Nordküsten erzeugte Windenergie in den Süden der Republik transportieren sollen. Gut für die Bürger, nicht immer so gut für die Landeigentümer, durch deren Güter die Leitungen laufen sollen. In ihrem Artikel analysiert Gesa Harms dieses Gesetz und arbeitet dann kristallklar und auf den Cent genau heraus, dass vor allem die Entschädigungen für Erdleitungen deutlich geringer ausfallen als die für Freileitungen. Und noch Einiges mehr kommt zur Sprache, was von handfestem Interesse für die betroffenen Landwirte sein dürfte. Gesa Harms liefert in ihrem schnörkellos eleganten Fachartikel eine Art kostenlose Rechtsberatung für ihre Leserklientel. Dies ist Nutzwert par excellence.

Aus der Jurybegründung:

Wortlaut-Interviews gehören inzwischen zum Standard-Repertoire von Fachmedien. Oft wirken sie jedoch etwas harmlos und übertrieben wohlwollend gegenüber den Gesprächspartnern. Oft liegt dies daran, dass sich die Interviews um reine Sachthemen wie technologische Neuerungen drehen. Oft aber auch daran, dass der Interviewer aus übertriebener Ehrfurcht vor seinen Gesprächspartnern allzu devot agiert. Dass es auch anders geht, demonstriert Miriam Hebben mit ihrem Doppel-Interview mit der Unternehmensleitung des Getränkeherstellers Hassia. Der hat vor geraumer Zeit die kriselnde Marke „Bionade“ von Radeberger übernommen, und Miriam Hebben fragt nach, wie gut der Neuzugang nun unter das Hassia-Dach passt. Nicht immer gelingt es ihr, den wiederholt Phrasen dreschenden Hassia-Managern konkrete Antworten heraus zu kitzeln. Doch die Redakteurin der Lebensmittelzeitung fragt hartnäckig immer wieder nach – mal etwas freundlicher, mal etwas frecher, immer kompetent auf Augenhöhe mit den Interviewpartnern. Herausgekommen ist dabei ein höchst lesenswertes Wortlaut-Interview mit absolut überdurchschnittlichem Erkenntnisgewinn für die Leserschaft.

Aus der Jurybegründung:

Deutschland leidet unter einem ausgeprägten Fachkräftemangel. Was also liegt näher, als Migranten für die offenen Jobs zu gewinnen? Vor allem Geflüchtete bieten sich an, denn die befinden sich schon vor Ort. In seinem Artikel analysiert Mathias Himberg in großer Ausführlichkeit am Beispiel des Lebensmittelhandels, warum die Integration der Geflüchteten aus Afrika und Vorderasien oft noch nicht gut funktioniert. Die mangelhafte Sprachförderung und unzureichende Deutschkenntnisse sind als Ursache weithin bekannt. Noch schwerer jedoch wiegen der Papierkrieg mit der Bürokratie und zahlreiche rechtliche Unwägbarkeiten. Dies arbeitet Autor Himberg an Hand verschiedener Einzelschicksale und Einzelhändler eindrucksvoll heraus. Im Schlussteil dieses sehr lesenswerten Artikels gewinnt dann aber doch wieder der Optimismus die Oberhand. Himberg zeigt Wege auf, wie Unternehmen die vielen Herausforderungen meistern können und oft schon gemeistert haben. Das nennt sich im besten Sinne des Wortes 'konstruktiver Journalismus'.