15.12.2025

Starke Community in der Nische – "Frauen in der Kommunalwirtschaft – powered by ZfK"

Ein knappes halbes Jahr nach den B2B Media Days zieht Speakerin Laura Partikel (Managerin Netzwerk Frauen in der Kommunalwirtschaft, VKU Verlag) im LETTER-Interview der Deutschen Fachpresse Bilanz. Sie berichtet, wie sich ihr Thema weiterentwickelt hat und die Bedeutung von Communitys als stabile, identitätsstiftende Netzwerke wächst.

 

LETTER: Laura Partikel, seit Ihrem Vortrag bei den B2B Media Day 2025 sind einige Monate vergangen – wie hat sich die Zahl der Mitglieder und die Reichweite des Netzwerks in dieser Zeit entwickelt? 

Laura Partikel: Seit meinem Vortrag im Mai ist im Netzwerk “Frauen in der Kommunalwirtschaft” viel passiert: Wir sind inzwischen auf knapp 3.000 Mitglieder angewachsen – und damit eines der größten und sichtbarsten Branchennetzwerke für Frauen in Deutschland. Parallel hat auch unsere Reichweite in den sozialen Medien deutlich zugenommen. Beiträge aus der Community erzielen regelmäßig mehrere Tausend Aufrufe und regen zum Dialog über die Zukunft der Kommunalwirtschaft an. 


Gab es seitdem neue digitale Formate, Themengruppen oder Präsenzveranstaltungen, die besonders gut angenommen wurden oder die Sie als Meilenstein sehen? 

Unsere monatlichen digitalen Sessions sind weiterhin das Herzstück unseres Netzwerks. Daneben erfreut sich die Untergruppe “Nachhaltigkeit”, die sich im Zwei-Monats-Rhythmus digital trifft, großer Beliebtheit. Hier anknüpfend sind wir gerade in der Planung einer Untergruppe zum Thema “K.I.” und einer Community für alle (nicht nur Frauen) zum Thema “Wärmewende”. Ein echter Meilenstein war zudem die Ausschreibung unseres eigenen Preises “Die Kommunalheldin” – wir haben im ersten Durchgang bereits 100 Bewerbungen erhalten und im Rahmen des Netzwerktreffens beim EAD Darmstadt vier Frauen ausgezeichnet, die herausragendes Engagement bewiesen haben. 


Sind weitere Stadtwerke oder auch andere Partner in der kommunalen Wirtschaft als Sponsoren dazugekommen? Haben Sie weitere Pläne zur Monetarisierung? 

Wir haben vier weitere kommunale Unternehmen gewinnen können, die unsere Arbeit mit einem Jahresbeitrag unterstützen. Außerdem haben wir den eben erwähnten Preis “Die Kommunalheldin” gemeinsam mit Gelsenwasser verliehen und über die Partnerschaft Geld eingeworben. Und wir veröffentlichen in der Novemberausgabe der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) eine zwölfseitige Sonderbeilage nur zum Frauennetzwerk, die wir über Anzeigen refinanzieren. 


Welche Rückmeldungen haben Sie aus der Community seitdem erhalten – gab es neue Bedürfnisse oder Themen, die besonders stark nachgefragt werden? 

Teilnehmerinnen loben das herzliche, bestärkende Miteinander und die Praxisnähe unserer Sessions. Gleichzeitig kommt das Thema der eigenen Karriereplanung immer wieder auf: Die Frauen wollen gerne weiterkommen, aber sehen sich mit Hürden konfrontiert. Dazu mit anderen Frauen in den Austausch zu kommen ist Gold wert. Außerdem ein Dauerbrenner: Die Transformation, in der alle stecken und die der Normalzustand geworden ist. Die Themen unseres Netzwerktreffens beim EAD Darmstadt sind ebenfalls allgegenwärtig: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Und bei Digitalisierung insbesondere die K.I. und wie wir sie nutzen (sollten). 


Beobachten Sie – vom Start des Netzwerks an – bereits konkrete Veränderungen in der Sichtbarkeit von Frauen in Führungsrollen oder neue Initiativen in den Unternehmen? 

Konkrete Veränderungen in der Sichtbarkeit sind bereits spürbar: Frauen aus unserem Netzwerk treten häufiger auch anderswo als Speakerinnen auf, bringen Themen in die interne Debatte ihrer Arbeitgeber ein und treiben lokale Projekte voran – die Auslobung des Preises “Die Kommunalheldin” ist zudem ein Instrument, diese Sichtbarkeit weiter zu verstärken. Auch im Verband kommunaler Unternehmen (VKU e.V.) richtet sich der Fokus zurzeit darauf, wie man mehr Frauen für die Gremienarbeit gewinnen kann, was uns sehr freut.