„Change Management in Fachverlagen"

Die Studie als PDF-Datei zum kostenlosen Download finden Sie hier.

Auf die veränderten Kundenbedürfnisse stellen sich viele Fachverlage durch die Einführung eines Redaktionssystems ein, das medienneutrales Publizieren erlaubt. Doch eines wird dabei oft übersehen: Die Einführung eines integrierten Verlagssystems ist weit mehr als nur eine Umstellung der Technik. Sie ist ein komplexer Change Management-Prozess, dessen Tragweite oft unterschätzt wird. Denn fast immer betrifft er Verlagsbereiche, an die zuvor niemand dachte. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie „Change Management in Fachverlagen", die die Deutsche Fachpresse neu in der Publikationsreihe „Brancheninformationen der Deutschen Fachpresse" veröffentlicht hat. Darin zeigen die Autoren PD Dr. Svenja Hagenhoff (Universität St. Pölten)und Ehrhardt F. Heinold (Heinold, Spiller & Partner) am Beispiel der Einführung eines Redaktionssystems im Deutschen Ärzte-Verlag und in der Schlüterschen Verlagsgesellschaft, wie ein Change Management-Prozess verlaufen kann. Interviews mit Mitarbeitern beider Verlage dienten dabei als empirische Grundlage.

Verlagsarbeit ist „people business"

Zeitschriften, Fachbücher oder Datenbanken medienneutral anzubieten und dabei abteilungsübergreifend und prozessoptimiert zu arbeiten, sind Effekte, die Verlage bei der Einführung eines integrierten Redaktionssystems erzielen möchten. Doch auch Ängste der Verlagsmitarbeiter vor einer möglichen Überforderung, der Unwille, von gewohnten Abläufen abzuweichen, oder Konflikte mit Anbietern der CMS-Systeme können zu den Auswirkungen der Softwareumstellung zählen. Denn sie betrifft neben dem Bereich Technologie auch die Ebenen der Ablauforganisation, der Aufbauorganisation und der Unternehmenskultur, das zeigt die Studie deutlich. Die zentrale Empfehlung ihrer Autoren lautet deshalb: eine solche Einführung von Beginn an als komplexen Change Management-Prozess zu begreifen und mit geeigneten Change-Konzepten und Instrumenten umzusetzen.

„Verlagsarbeit ist „people business“, also ein Geschäft, das ganz wesentlich auf den Leistungen seiner Mitarbeiter basiert. So betrifft jede Veränderung von Geschäftsprozessen nicht nur die technologische Infrastruktur, nicht nur die Abläufe, sondern insbesondere die Mitarbeiter", erläutern PD Dr. Svenja Hagenhoff und Ehrhardt F. Heinold.

Detailliert zeigen sie deshalb, wie ein Change Management-Prozess verlaufen kann. Sie stellen den „Bottom-up“-Ansatz, das „Top-down“-Modell und den Königsweg dazwischen, das sogenannte Transformationsmanagement, vor. Zudem erläutern sie elf Instrumente, die zur Steuerung der Folgen des Veränderungsprozesses genutzt werden können. Diese reichen von der Formulierung einer klaren Zielvorstellung über die Schulung der Verlagsmitarbeiter bis hin zum richtigen Umgang mit Widerständen. Im empirischen Studienteil überprüfen und beschreiben die Autoren die Wirkung dieser Change-Instrumente. Ihr Fazit: Change Management sollte nicht nur ein integraler Bestandteil eines jeden Veränderungsprozesses sein, sondern auch zum Instrumentarium einer jeden Fachverlagsführungskraft gehören.

Die Studie „Change Management in Fachverlagen“ wurde im Auftrag der Deutschen Fachpresse in einem Projektteam mit Ehrhardt F. Heinold und PD Dr. Svenja Hagenhoff unter Mitarbeit von Vitus Graf (Deutscher Ärzte-Verlag) und Ludger Simon (Schlütersche Verlagsgesellschaft) sowie Simone Pfahler, Marie Schulte und Stefanie Sohn (Studentinnen, Universität Göttingen) realisiert. Weitere Mitglieder des Projektteams waren Ken Fouhy (Vogel Business Media) und Olaf Wendenburg (Bauverlag BV).

Über die Autoren:

PD Dr. Svenja Hagenhoff ist Leiterin des Instituts für Medienwirtschaft an der Fachhochschule St. Pölten, Österreich. Zuvor leitete sie eine Forschungsgruppe an der Professur für Anwendungssysteme und E-Business der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich des Mobilen Internets sowie auf dem Gebiet der digitalen Wirtschaft. Hagenhoff ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Publikationen zu den Themen Wissenschaftskommunikation und Mobiles Internet. Sie studierte BWL und promovierte und habilitierte sich in Wirtschaftsinformatik.

Ehrhardt F. Heinold ist geschäftsführender Gesellschafter der Heinold, Spiller & Partner Unternehmensberatung in Hamburg. Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er zahlreiche Projekte im Bereich Publikations- und Content-Management begleitet. Er ist Mitinitiator und Leiter des CrossMediaForums und des Forums Innovation / Hot Spot Information Management auf der Frankfurter Buchmesse. Zudem ist Heinold Autor und Herausgeber von Fachstudien, Fachaufsätzen und Blogs. Er hat zudem zahlreiche Fachvorträge zu den Themen Cross Media, Electronic Publishing und Web 2.0 gehalten.