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Datenschutz in der Presse: Stiftung Datenschutz und Deutsche Fachpresse verleihen gemeinsam Preis für ausgewogene Berichterstattung

In diesem Jahr verleihen die Stiftung Datenschutz und die Deutsche Fachpresse erneut gemeinsam den Journalistenpreis der Stiftung Datenschutz. Ziel des mit 5.000 Euro dotierten Preises ist es, eine differenzierte Darstellung in einem Themenfeld zu fördern, das allzu oft von Alarmismus geprägt ist. Journalistinnen und Journalisten können sich ab sofort mit ihren Arbeiten bewerben.

Das Recht auf Privatheit ist eine Voraussetzung für die Ausübung aller anderen Bürgerrechte. Dennoch veröffentlichen Menschen täglich Persönliches in Social Media, bezahlen vermeintlich kostenlose digitale Dienste mit privaten Daten. Plattformen verarbeiten diese Informationen zu filigranen Profilen, damit die werbetreibende Wirtschaft passgenaue Werbung ausliefern kann. Auf der anderen Seite ermöglicht die Nutzung personenbezogener Daten durch Wissenschaft und Wirtschaft die Entwicklung nützlicher Anwendungen und moderner Dienstleistungen.

Aus diesem Spannungsfeld erwachsen komplexe Problemstellungen, die kompetente, sachliche und nachvollziehbare Erklärungen brauchen. „Oft wissen Menschen nicht genügend über den Schutz und die Verwendung ihrer personenbezogenen Daten. Unser Preis soll journalistische Beiträge würdigen, die darüber ausgewogen informieren und die Debatte voranbringen“, erklärt Frederick Richter, Vorstand der Stiftung Datenschutz.

„Wir freuen uns, den Preis zu unterstützen und damit sachkundigen, ausgewogenen und unabhängigen Journalismus zu würdigen. Der aufgeladene und komplexe Diskurs über Datenschutz und Datennutzung zeigt, dass wir – heute mehr denn je – exzellenten Journalismus brauchen, um zu einer Objektivierung sensibler Themenfelder beizutragen. Ich freue mich auf vielfältige Einreichungen!“, sagt Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse.

Der Preis ist mit 5.000 EUR dotiert. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, die mit hochkarätigen Fachleuten besetzt ist, im Herbst 2018. Gesucht werden Texte aller journalistischen Gattungen, die Datenschutzthemen in differenzierter Weise darstellen und zwischen dem 1. Juni 2017 und dem 31. Mai 2018 erstmals erschienen sind. Die Frist für Einreichungen endet am 31. Mai 2018.

Die einzureichenden Texte dürfen mit multimedialen Elementen illustriert sein, rein audiovisuelle Werke oder deren Transkripte sind jedoch nicht zugelassen. Die Beiträge müssen in deutscher Sprache in einem Printmedium oder online erschienen sein und dürfen nicht mehr als 20.000 Zeichen umfassen. Einreichen können sowohl die Autorinnen und Autoren selbst wie auch Dritte.

Im Vorjahr war der Preis an Adrian Lobe verliehen worden. In seinem Essay "Wir haben sehr wohl etwas zu verbergen“ hatte er sich auf ZEIT Online sachlich und wertschätzend mit Argumenten und Gegenargumenten zum Schutz der Privatsphäre auseinandergesetzt. „Der Autor brilliert mit seiner dialektischen Überzeugungskraft, ohne auch nur an einer einzigen Stelle intellektuell abzuheben. Der Stil ist von schnörkelloser Eleganz“, begründete der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Professor für Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, die Entscheidung in seiner Laudatio.