Schon jetzt notieren: die YPMA 2020 findet vom 30. Januar bis 1. Februar auf dem mediacampus Frankfurt statt!

Young Professionals' Media Academy 2019

Gruppenfoto der YPMA-Teilnehmer 2019, Foto: Claus Setzer

Expertenwissen zu Märkten, Strategien, Geschäftsfeldern, Methoden, Management und Innovationen vermittelten die Referentinnen und Referenten bei der nunmehr achten Auflage der Young Professionals‘ Media Academy (YPMA) der Deutschen Fachpresse. 23 Nachwuchskräfte aus Fachmedienhäusern erhielten dabei aktuellste Informationen zu Bedürfnissen und Erkenntnissen der Branche, und waren mit großer Neugierde, eigenen Meinungen und vielen Fragen dabei. Vor allem das Thema zur sinnvollen Interaktion in den Sozialen Medien regte die Nachwuchskräfte zu Fragen und Diskussion an.

"Hallo ich bin…“ – mit einem Speed-Dating starteten die Teilnehmenden agil in den ersten Tag der YPMA. Sich kennenlernen, austauschen und mögliche Befangenheiten abbauen standen dabei im Mittelpunkt. Schnell entwickelte sich dabei eine entspannte Atmosphäre. Dabei wurde klar: Die Arbeit verbindet, auch über verschiedene Unternehmenspositionen hinweg.

Der B2B-Markt und die Fachmedien aus Kundensicht

Gunnar Schnarchendorff (wob AG) und Rainer Schopp (Chiron Group) gewährten am ersten Tag einen Einblick in die Bedürfnisse des B2B-Werbemarktes und der Kunden. Um Vertrauen zu schaffen und den Kunden zu binden, ist die Stärkung der eigenen Marke ein zentraler Punkt bei B2B-Unternehmen. „Wozu Fachmedien“ fragte Schopp in diesem Zuge bei seinem Vortrag und gab einen ungefilterten Einblick in die Welt eines mittelständischen B2B-Weltmarktführers. Einen kritischen Blick richtete er dabei auf die Zukunft von Anzeigenschaltungen und verhehlte dabei auch nicht die untergeordnete Rolle, die Fachmedien bei seinen Etatplanungen spielen. Sind Fachmedien unverzichtbar? Nein! Sind sie nützlich? Ja. „Was kann ich tun, damit ich einen Zugang zu Ihnen und anderen Marketingchefs finde“, wollte ein Teilnehmer deshalb wissen. Statt Anzeigenverkäufer sollten sie Lösungsanbieter für Probleme und Fragestellungen sein, so Schopp.

Veränderung wahrnehmen und reagieren

Wie sich etliche Fachmedienhäuser bereits in den unterschiedlichsten Bereichen verändert haben, zeigten die nachfolgenden Referierenden der diesjährigen YPMA. Welche Strategien sie dabei verfolgen, machten unter anderen Christoph Bertling (Handelsblatt Fachmedien) und Andreas Hoffmann (dfv Mediengruppe) anhand von aktuellen Produktentwicklungen und CRM-Projekten deutlich.

Um den Aufbau und die Funktion von Innovations Labs im Mittelstand ging es bei Guido Neuhaus (nwb innovation lab). Dabei stellte er gleich klar: „Viel Neues ist gar nicht so neu“. Dafür brachte er mehrere Beispiele, etwa die Globalisierung, die Siemens schon seit 1850 lebt. Als Fazit kann wohl gelten: Es geht nicht (nur) darum, etwas komplett Neues zu erfinden, sondern um den Mut, ungewohnte Wege und Geschäftsmodelle auszuprobieren. Im Idealfall klappt es – im anderen Fall können die Erkenntnisse für neue Ideen oder künftige Unternehmensstrategien genutzt werden.

Von besonderem Interesse war für die Nachwuchskräfte das Thema Social Media und sinnvolle Kommunikation. Seinen Vortrag eröffnete Lutz Staacke (Deutscher Landwirtschaftsverlag) mit einem kleinen Spiel – stilecht digital –, um einen Überblick über das Nutzungsverhalten seiner Zuhörerschaft zu bekommen. Mit ihren Smartphones wählten sich die Teilnehmenden bei einer Umfrage ein. Wer nutzt Facebook, wer Instagram wurde abgefragt. Wie man effektiv mit dem Leser in einen Dialog tritt, erklärte er im Anschluss. Welcher Kanal zum Einsatz komme, hänge von der Zielgruppe ab. Auch, ob die Livevideo-Funktion bei Facebook im Vergleich zu Instagram sinnvoll ist, wie eine Teilnehmerin wissen wollte.

Wir sind emotional

Neben Mut zog sich auch das Thema Emotionalität wie ein roter Faden durch die drei Tage. „Wer als B2B-Entscheider behauptet, alle Entscheidungen nur objektiv und rational zu treffen, der lügt“, hatte Schopp bereits zu Beginn in seinem Vortrag klargemacht. Jeder Mensch sei durch Erfahrungen geprägt. Besonders hervorgehoben wurde dies auch in dem Vortrag von Dr. Thomas Krimmer (Georg Thieme Verlag). Er schilderte, wie sich Thieme mutig seiner Zielgruppe Medizinstudierende auf Facebook mit dem Claim „Thieme liebt …“ näherte und auf volle Gegenliebe stieß. Das Vorgehen war so erfolgreich, dass heute eine ganze Palette von Berufsgruppen emotional angesprochen wird. Krimmers Fazit: Auch Fachinformationsnutzer haben Emotionen und diese drängen danach, geteilt zu werden. Emotionen führen zu Interaktion und dann zu Transaktion – im Idealfall.

Neben der Wissensvermittlung zeigte sich erneut der Charakter der YPMA als ideale Austauschplattform. Die Teilnehmenden glichen ihre jeweiligen Erfahrungen nicht nur bei den Diskussionen mit den Referenten ab, sondern auch in den Pausen und den beiden gemeinsamen Abendessen. Der Austausch wird weitergehen: Beim Fachpress-Kongress im Mai (siehe auch Seite 10) steht das erste Alumni-Treffen des achten Jahrgangs auf dem Programm. In Berlin kommen jedoch nicht nur die diesjährigen Alumnis zusammen, sondern Ehemalige aus allen YPMA-Jahrgängen. 

Teilnehmerstimme

"Die YPMA 2016 hat mit diesem gehaltvollen Forum Raum für Impulse geschaffen, in denen enormes Praxispotenzial steckt – eine Bereicherung für jeden Querdenker, der Ideen jenseits des Tellerrands sucht." 
Anna Piepiorka, S. Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (Teilnehmerin 2016)

Rückblick: Impressionen der YPMA 2018

 

Alle Fotos: (c) Fernando Baptista