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Chefredakteursumfrage 2017: Anforderungen an Fachredakteure wachsen weiter

Foto: makistock

Auf den ersten Blick scheint nicht viel anders: Mit Fachwissen und Zielgruppenkenntnis sowie journalistischem Know-how an den ersten beiden Plätzen der wichtigsten Kompetenzen von Fachredakteuren bestätigt die aktuelle Chefredakteursumfrage der Deutschen Fachpresse die klassischen Kernkompetenzen als Schlüsselqualifikationen für Fachredakteure. Dass der digitale Wandel allerdings auch das Berufsbild des Fachredakteurs maßgeblich verändert, zeigt ein genauerer Blick. Diesen bietet die aktuelle Chefredakteursumfrage der Kommission Redaktion der Deutschen Fachpresse, die im Februar 2017 durchgeführt wurde und deren Ergebnisse nun vorliegen. Von 2.327 per E-Mail angeschriebenen Chefredakteuren von Fachmedien hatten 233 Personen (ca. 10 Prozent) teilgenommen.

Wachsendes Aufgabenfeld, zunehmende Arbeitsverdichtung
Neben den konstanten Kernaufgaben, wird im Vergleich zur letzten Chefredakteursumfrage 2015 Digitalkompetenz für Fachredakteure immer wichtiger, die auf Platz 3 der genannten Kompetenzen liegt. Dicht gefolgt wird sie von Zeit- und Selbstmanagement, die in Zeiten zunehmender Arbeitsverdichtung weiter an Bedeutung gewinnen. Zudem werden auch Fähigkeiten außerhalb des redaktionellen Kernbereichs wichtiger, unternehmerisches Denken landet etwa auf Platz 7 – nach Kommunikations- und Social-Media-Kompetenz.

Der Blick auf die wichtigsten Redaktionstätigkeiten zeigt, dass Fachredakteure zunehmend auch in anderen Verlagsbereichen operativ mitwirken, etwa in Herstellung, Anzeigenabteilung oder Marketing/Vertrieb. Wichtigste Aufgabe bleiben aber nach wie vor das Erzeugen und Bearbeiten von Inhalten, die den höchsten Anteil an der Gesamtarbeitszeit von Fachredakteuren einnehmen. Insgesamt gibt es keine Tätigkeitsbereiche, die an Bedeutung verlieren, der Anteil der an Bedeutung stark zunehmenden Anforderungen ist hingegen hoch – darunter fallen etwa Verkaufsunterstützung/PR-Arbeit oder Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen.

IT-Ausstattung noch ausbaufähig 
Die IT-Ausstattung der Fachredaktionen weist vielfach noch Verbesserungsbedarf auf. Während DTP-Systeme und Online-CMS überwiegend im Einsatz sind, arbeitet ein relevanter Teil der Redaktionen noch ohne zeitgemäße integrierte Redaktionssysteme.

Erstmals wurden die von den Fachredaktionen bespielten Social-Media-Kanäle abgefragt. Hier haben die großen reichweitenstarken Plattformen wie Facebook, Twitter und Youtube den größten Stellenwert aber auch die Business-Netzwerke LinkedIn und Xing sind relevant. Andere soziale Medien wie Instagram, Pinterest und Snapchat haben kaum Bedeutung für Fachmedien.

Die Kernergebnisse der Umfrage und die Executive Summary der Kommission Redaktion können exklusiv von Mitgliedern der Deutschen Fachpresse sowie den Umfrageteilnehmern bei Martina Seiring unter seiring[at]deutsche-fachpresse.de bestellt werden.