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„Wissenschaftliche Publikationen haben einen Wert!“

Der Empfang der Deutschen Fachpresse  auf der Frankfurter Buchmesse 2012 zog erneut zahlreiche Gäste an. Auch bei der anschließenden Podiumsdiskussion „Money for Nothing?!“ waren die Reihen der Zuschauer dicht gefüllt. Betrifft die Online-for-free-Bewegung doch alle Verlage.


In der Öffentlichkeit gibt es immer wieder und immer noch eine Diskrepanz zwischen der Wertschöpfung der Verlage und der Wertschätzung derselben. Nicht nur Dr. G.-Jürgen Hogrefe (Hogrefe Verlag) ärgert sich über diese falsche Wahrnehmung. „Money for nothing ist nicht das, was man in Halle 4.2 sieht“, betonte er gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion, „wissenschaftliche Publikationen haben einen Preis, aber sie haben auch einen Wert!“ Auf Einladung der Deutschen Fachpresse diskutierte der Fachverleger gemeinsam mit Ansgar Heveling, (MdB, CDU) und Dr. Frank Simon-Ritz (Deutscher Bibliotheksverband) am Buchmesse-Donnerstag unter der Leitung von „Börsenblatt“-Chefredakteur Dr. Torsten Casimir, wie die Leistungen der Fachverlage für den Wissenschaftsbetrieb künftig gestaltet und finanziert werden sollen.


„Green road“ versus „Golden road“

Wertschätzung heiße zugleich angemessene Bezahlung, so Heveling, der damit einen wunden Punkt ansprach. Denn die Etatsituation wissenschaftlicher Bibliotheken (auf Landesebene geregelt) ist seit Jahren angespannt. Dies habe zu einem „sehr kritischen Blick auf die Kosten geführt“, sagte Simon-Ritz, der „Mondpreise“ für Zeitschriften monierte. Für Hogrefe stellt sich die Finanzierungsfrage allerdings ganz anders dar: „Die Zweitverwertungsvorschläge bringen uns in Not“. „Zweitverwertung“ ist ja bereits seit längerem ein Reizwort bei Wissenschaftsverlegern, weniger das individuelle, das meistens klar geregelt ist, sondern ein gesetzlich geregeltes, für Hogrefe ein Euphemismus für „Zweitverwertungspflicht“.

Zu Gehör kamen die sogenannte „Green road“ und die „Golden road“, wobei vor allem erstere die Verlage in Bedrängnis bringt, weil sie über die Hintertür des Zweitveröffentlichungsrechts die finanzielle Grundlage der Verlage untergrabe. „Der Markt muss intakt und erhalten bleiben“, forderte der Verleger. | Zum vollständigen Rückblick

Forum Verlagsherstellung: Panel "Technologietrends"

Im Forum Verlagsherstellung auf der Frankfurter Buchmesse hat die Deutsche Fachpresse am 10. Oktober wieder einen Panel gestaltet, diesmal unter dem Titel "Technologietrends in der Medienproduktion". Die Runde aus Herstellern, Online-Verantwortlichen und Dienstleistern diskutierte, mit welchen Technologien Verlage die medienneutrale Ausgabe ihres Contents gewährleisten können.

"Highspeed in Zukunft", so hatte Bernd Zipper seinen Eröffnungsvortrag überschrieben, in dem er die wichtigsten Trends und Entwicklungen in allen Technikbereichen kurz ansprach. Das Spektrum reichte über neue Anwendungsbereiche mit Papier, mobile Geräte, eBooks bis hin zu neuen Wertschöpfungsketten in den Verlagshäusern. In der anschließenden Podiumsrunde wurden die Themen vertieft. Es zeigte sich unter anderem, dass sich zwischen der technischen Machbarkeit mancher Lösungen und der kaufmännischen Sinnhaftigkeit bisweilen doch große Lücken auftun können.

Es diskutierten: Fabian Kern (Digital Publishing Competence), Steffen Meier (Verlag Eugen Ulmer) und Bernd Zipper (zipcon consulting). Bernd Adam (Deutsche Fachpresse) moderierte die Runde.

 

 

Rückblick: Podiumsdiskussion auf der Frankfurter Buchmesse 2011

Fundierte Informationen sind die Grundlage für den Erfolg in Wirtschaft, Wissenschaft und Beruf – und zugleich Kern des Geschäfts von Fachverlagen. Doch wie kann das Interesse an möglichst frei verfügbaren Informationen mit dem Recht der Verlage auf Vergütung ihrer Leistungen übereingebracht werden?


Das diskutierten Dr. Albrecht Hauff (Thieme Verlagsgruppe), Constanze Kurz (Chaos Computer Club), Jimmy Schulz (MdB, FDP) und Dr. Konstantin von Notz (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) in der Podiumsrunde „Darf Wissen etwas kosten?“beim Empfang der Deutschen Fachpresse auf der Frankfurter Buchmesse 2011.

Ein Konsens war schnell erzielt: Natürlich darf Wissen etwas kosten. „Wissen muss produziert werden, das ist nicht für lau zu haben“, brachte es Moderator Dr. Torsten Casimir, Chefredakteur „Börsenblatt - Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel“, auf den Punkt. Deutlicher kontroverser waren die Meinungen darüber, was eigentlich die Leistung der Verlage ist. Strittig war auch die Frage, inwieweit die Politik regulierend eingreifen dürfe.

Wie auch immer die Leistung von Wissenschaftsverlagen heute und künftig zu bewerten ist, wenn Wissen etwas kosten darf, braucht es Geschäftsmodelle. Schulz beschwor daher die Verlage, die „enormen“ Chancen zu sehen, die durch die Veränderungen entstehen würden. Er sprach sich für einen „fairen Ausgleich“ der Interessen aus, wobei jeder Marktteilnehmer selbst entscheiden müsste, welches Modell er wählt. Dass er eine Auswahl hat, steht außer Frage. „Wir wehren uns nicht mehr gegen Open Access“ betonte Hauff. Im Gegenteil: Verlage arbeiten an Modellen oder haben bereits welche. Auch wenn sehr viele Wissenschaftsautoren nach wie vor die „sehr effiziente“ Organisationsleistung der Verlage zu schätzen wissen.

Ein umfassender Nachbericht zur Diskussionsrunde erscheint in Ausgabe 5 des Letters der Deutschen Fachpresse am 7. November.

 

Empfang 2012

Der Empfang der Deutschen Fachpresse wurde in diesem Jahr freundlich unterstützt von PresseKatalog.