Fundierte Informationen sind die Grundlage für den Erfolg in Wirtschaft, Wissenschaft und Beruf – und zugleich Kern des Geschäfts von Fachverlagen. Doch wie kann das Interesse an möglichst frei verfügbaren Informationen mit dem Recht der Verlage auf Vergütung ihrer Leistungen übereingebracht werden?
Das diskutierten Dr. Albrecht Hauff (Thieme Verlagsgruppe), Constanze Kurz (Chaos Computer Club), Jimmy Schulz (MdB, FDP) und Dr. Konstantin von Notz (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) in der Podiumsrunde „Darf Wissen etwas kosten?“beim Empfang der Deutschen Fachpresse auf der Frankfurter Buchmesse 2011.
Ein Konsens war schnell erzielt: Natürlich darf Wissen etwas kosten. „Wissen muss produziert werden, das ist nicht für lau zu haben“, brachte es Moderator Dr. Torsten Casimir, Chefredakteur „Börsenblatt - Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel“, auf den Punkt. Deutlicher kontroverser waren die Meinungen darüber, was eigentlich die Leistung der Verlage ist. Strittig war auch die Frage, inwieweit die Politik regulierend eingreifen dürfe.
Wie auch immer die Leistung von Wissenschaftsverlagen heute und künftig zu bewerten ist, wenn Wissen etwas kosten darf, braucht es Geschäftsmodelle. Schulz beschwor daher die Verlage, die „enormen“ Chancen zu sehen, die durch die Veränderungen entstehen würden. Er sprach sich für einen „fairen Ausgleich“ der Interessen aus, wobei jeder Marktteilnehmer selbst entscheiden müsste, welches Modell er wählt. Dass er eine Auswahl hat, steht außer Frage. „Wir wehren uns nicht mehr gegen Open Access“ betonte Hauff. Im Gegenteil: Verlage arbeiten an Modellen oder haben bereits welche. Auch wenn sehr viele Wissenschaftsautoren nach wie vor die „sehr effiziente“ Organisationsleistung der Verlage zu schätzen wissen.
Ein umfassender Nachbericht zur Diskussionsrunde erscheint in Ausgabe 5 des Letters der Deutschen Fachpresse am 7. November.