Rückblick: Deutsche Fachpresse Publishers' London Tour 2017

Neue Perspektiven, neue Ideen und neue B2B-Kontakte: Die dreitägige London-Tour hat bei den Teilnehmern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vom 27. bis 29. März lud sie deutsche Fachmedienanbieter ein, im Gespräch mit Verlegern, Dienstleistern und Experten Einblicke in die Strategien und Geschäftsmodelle des hochentwickelten britischen Fachmedienmarktes zu gewinnen.

Unglaublich aber wahr, die britische Hauptstadt begrüßte die Teilnehmer der Deutsche Fachpresse Publishers' Tour mit strahlendem Sonnenschein! Bereits zum zweiten Mal waren deutsche Fachmedienmacher mit der VDZ Akademie nach London gekommen, um sich an drei Tagen mit ihren britischen Kollegen auszutauschen. Besucht wurden dieses Mal insgesamt neun Medienunternehmen. Mit einem informativen Opening Lunch begrüßte Steve Newbold (Centaur Media) die Gruppe in London und erzählte, dass sein Verlag nun nach Marktbereichen und mehr nach Medienkanälen organisiert ist. "Customers aren't thinking by platforms", so sein Credo. Besonders erfolgreich sei der erstmalige Einstieg in Videotrainings Anfang des Jahres gewesen.

Digitales Lernen verändert die Bildung
Die Themen Bildung und Weiterbildung stehen bei vielen britischen Fachmedienhäusern ganz oben auf der Agenda. So auch bei Wilmington plc, das damit die Hälfte seiner Erlöse generiert. Doug Marshall, Head of Marketing, prognostizierte in seiner Präsentation, dass sich das Lernen deutlich ändern werde. „Digital learning will be a real transformation change in education“, so Marshall. Über die Hälfte aller Firmentrainings von Wilmington werden bereits digital realisiert. Ganz auf Aus- und Weiterbildung zugeschnitten ist auch das Angebot des Business Accelerators Emerge Education, den die Teilnehmer am Hackney Community College besuchten. Jan Reichelt, Director, und Jan Matern, Founder & CEO, begrüßten die Teilnehmer, drei Start-ups, Lingumi, Bibblio und Bibliotech,  präsentierten ihre Geschäftsidee.  Pro Jahr bietet der Business Accelerator zwei Programme an, für die jeweils zwischen 10 und 12 Firmen ausgewählt werden.

Potenziale im Data Business
Daten stehen wiederum aktuell im Mittelpunkt der Financial Times (FT), die in letzter Zeit 50 neue Stellen für Datenanalysten und -ingenieure geschaffen hat. Tom Betts, Chief Data Officer der FT, gewährte einen tiefen Einblick in das Kundenmarketing. So kann die FT genau nachverfolgen, welche Themen ihre Leser auf welchen Plattformen konsumieren. Ausgespielt wird nur passgenaue Werbung, die Zeit des Gießkannenmarketings sei definitiv vorbei. Anhand eines ausgetüftelten Engagement-Scorings kann die FT darüber hinaus ziemlich sicher voraussagen, wann Abonnenten zu einer Kündigung neigen und frühzeitig eingreifen. Unter dem Kürzel „RFV“ fließen hier die Faktoren Recency (wann wurde ein Beitrag zuletzt gesehen?), Frequency (wie oft?) und Volume (wieviel wurde gesehen?) zusammen. Bei alldem geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität. „We’re not in the game of gaining volume, but quality“, so Betts. Oberstes Ziel aller Bemühungen sei die Kundenbindung.

Einer der Höhepunkte war der von Outsell und Marklogic gesponsorte gemeinsame Abend mit rund 40 Gästen in der 1403 gegründeten Stationers‘ Hall, dem Gildehaus der heutigen Content-Wirtschaft, an dem die Tourteilnehmer und ihre britischen Kollegen die Möglichkeit nutzen, neue, grenzüberschreitende B2B-Kontakte zu knüpfen. 
Bernd Adam

Teilnehmerstimme

"Die London-Tour war sehr gut geplant und organisiert, vernetzte mit inspirierenden Gesprächspartnern und gab tiefen Einblick in die Geschäftsmodelle und Transformationsprozesse der britischen Medienunternehmen – und ganz nebenbei hat es auch wirklich Spaß gemacht! Gerne wieder!"
Kilian Müller, Geschäftsführer publish-industry Verlag

Programm

Für Ihren Rückblick: Hier das Programm nachlesen.